Lehrauftrag am Bildungszentrum Polybau in Uzwil
Wie kamst du zu diesem Lehrauftrag?
Roman: „Als klar wurde, dass die Lehre zum Solarinstallateur eingeführt wird, suchte man gezielt Fachpersonen aus der Branche mit entsprechender Berufserfahrung. Ursprünglich war vorgesehen, als Überbetriebliche Kurse-Instruktor tätig zu werden. Im weiteren Verlauf zeigte sich jedoch, dass zusätzlich auch Berufsschullehrpersonen gesucht wurden. Nachdem ich mich näher informiert hatte, erschien mir diese Möglichkeit durchaus interessant, weshalb ich mich beworben habe. Nach einer kurzen Kennenlernphase mit der Schule wurde rasch klar, dass wir diesen Weg gemeinsam ausprobieren möchten.“
Die Ausbildung zum Solarinstallateur EFZ ist eine sehr neue Ausbildung. Durftest du auf den Lerninhalt Einfluss nehmen?
Roman: „Nur bedingt. Der Schullehrplan steht und ist klar definiert. Ich bringe eher aus dem Arbeitsalltag konkrete Beispiele mit in den Schulunterricht und gehe diese anhand realer Daten mit den Schülern durch.“
Du lehrst insgesamt drei Module: Was lernt man im Fach «Beurteilung Untergründe» kurz zusammengefasst?
Roman: „Die Lernenden setzen sich intensiv mit dem Aufbau von Dächern und Fassaden auseinander und lernen, verschiedene Untergründe fachlich zu beurteilen. Dabei geht es nicht nur um Theorie, sondern konkret um die Frage: Ist ein Dach überhaupt geeignet für eine Solaranlage? Sie analysieren Materialien, erkennen Mängel und schätzen Einwirkungen wie Wind- und Schneelasten ein. In der Praxis bedeutet das, dass sie auf der Baustelle fundierte Entscheidungen treffen können, bevor überhaupt montiert wird – ein zentraler Schritt für Sicherheit und Langlebigkeit der Anlage.“
Solaranlagen auf Steildächern, was möchtest du in diesem Fach, dass die Lernenden mitnehmen?
Roman: „Hier lernen die Auszubildenden, Solaranlagen auf Steildächern von Grund auf zu planen und umzusetzen. Sie vergleichen verschiedene Montagesysteme, beurteilen unterschiedliche Dachtypen und entwickeln Lösungen für reale Situationen wie Verschattung oder unterschiedliche Dachneigungen. Der Praxisbezug ist sehr stark: Anhand konkreter Fallbeispiele üben sie, Anlagen korrekt anzuordnen, Durchdringungen sauber zu planen und Normen einzuhalten. So sind sie in der Lage, auf der Baustelle nicht nur nach Anleitung zu arbeiten, sondern eigenständig mitzudenken und Lösungen entwickeln zu können.“
Spezielle Solaranlagen – wie oft kommen diese in der Praxis vor und was gilt es besonders zu beachten.
Roman: „Dieses Lernthema erweitert den Blick über klassische Dachanlagen hinaus. Die Lernenden beschäftigen sich mit Fassadenanlagen, angebauten Systemen wie Carports sowie freistehenden Anlagen, etwa im landwirtschaftlichen Kontext. Solche Projekte kommen bei uns immer wieder mal vor, sind aber nicht die Regel. Die Schüler lernen auch bei anspruchsvolleren oder ungewöhnlichen Projekten Lösungen zu entwickeln, beispielsweise bei begrenzten Dachflächen oder speziellen architektonischen Anforderungen.“
Was lernst du umgekehrt von den jungen Berufsleuten?
Roman: „Vor allem der intensive Einsatz von ChatGPT hat mir aufgezeigt, dass es zwar ein hilfreiches Werkzeug ist, jedoch nicht alle Fragen abschliessend beantworten kann. 😊 Zudem habe ich wertvolle Einblicke erhalten, wie andere Unternehmen arbeiten und auf welche Produkte am Markt gesetzt werden.“