Mehr Eigenverbrauch, mehr Unabhängigkeit

Nach ersten Schnupperlehren ausserhalb der Landwirtschaft – unter anderem als Schreiner und im Sanitärbereich – zog es ihn zurück zu seinen Wurzeln: zur Arbeit in der Natur und an der frischen Luft. Stefan Fankhauser aus Opfershofen ist gelernter Landwirt und diplomierter Obstbaumeister. Ein dreimonatiges Praktikum im Obstbau in der Slowakei erweiterte seinen fachlichen Horizont und gab wertvolle Einblicke in internationale Betriebsstrukturen. Bereits zwölf Jahre arbeitete er auf dem elterlichen Betrieb mit, bevor er diesen im Jahr 2022 vollständig übernahm.

Obstbau als Kern – Geflügelmast als Ergänzung

Der Betrieb umfasst heute 7 Hektaren Äpfel, 11 Hektaren Birnen sowie 1,6 Hektaren Heidelbeeren – eine Erweiterung, die auf Stefan’s Initiative zurückgeht. Der Obstbau bildet das Kerngeschäft. Ergänzend dazu betreibt er einen Pouletmaststall mit 9’600 Mastplätzen, um welchen sich mehrheitlich sein Vater kümmert.

Das Team besteht aus zwei bis drei Ganzjahresmitarbeitenden, hauptsächlich aus Polen und der Slowakei. Während der Erntesaison wird der Personalbestand deutlich erhöht: In der Heidelbeerernte ab Juli arbeiten rund 18 Personen mit, in der Birnenernte im September bis zu 25. Dank eines gut aufgebauten Netzwerks und langjähriger Kontakte verfügt Stefan über zuverlässigen Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften. Eigene Sprachkenntnisse – er spricht fliessend Slowakisch und versteht Polnisch – erleichtern die Zusammenarbeit zusätzlich.

Investition in erneuerbare Energie

Im Jahr 2024 wurde auf dem Betrieb eine Photovoltaikanlage installiert. Ausschlaggebend waren damals die steigenden Strompreise sowie die verfügbaren Dachflächen. Die Anlage versorgt heute vier Gebäude mit Solarstrom: das Wohnhaus, das Personalhaus, den Pouletmaststall sowie die Maschinenhalle mit Werkstatt, inklusive dem Tageskühler. Der erzeugte Strom wird insbesondere für die Kühlung der Früchte sowie für die Belüftung im Pouletmaststall benötigt – zwei energieintensive Bereiche des Betriebs.

Batteriespeicher erhöht Eigenverbrauch

Im Herbst 2025 wurde bei Fankhauser’s zusätzlich ein Batteriespeicher in Betrieb genommen. Damit kann tagsüber der produzierte Überschussstrom gespeichert und in den Abend- oder Nachtstunden genutzt werden. Ziel ist es, den Eigenverbrauch deutlich zu erhöhen und die Abhängigkeit vom Strommarkt weiter zu reduzieren.

Obwohl die Investitionskosten eines Batteriespeichers zunächst hoch erschienen, machten sinkende Marktpreise und Förderbeiträge die Umsetzung im vergangenen Jahr wirtschaftlich attraktiv.

Ein nachträglich installiertes Monitoring-System, der «Sunny Home Manager» der Firma SMA, ermöglicht heute eine Echtzeitübersicht über Produktion und Verbrauch. Für die Installation war eine neue Hauptverteilung notwendig, also die zentrale Zusammenführung aller Stromleitungen. «Das Überwachungssystem hätte ich rückblickend viel früher installieren lassen sollen», berichtet Stefan, der nun in der App auf seinem Smartphone den aktuellen Verbrauch prüft. Damit stehen ihm künftig verlässliche Vergleichsdaten zur Verfügung.

Bei der Wahl des Speichersystems überzeugten Qualität und Skalierbarkeit. Auch bei der Auswahl des Installationspartners wurde sorgfältig geprüft. Neben dem Preis waren Beratungskompetenz, Transparenz und die regionale Verankerung entscheidend. Stefan ergänzt: «Besonders geschätzt habe ich die ehrliche Beratung, wenn gewisse Lösungen – beispielsweise eine Nutzung des Speichers als Notstromversorgung aus technischer Sicht - nicht empfohlen wurde. Ich vertraue da auf die Erfahrung der MBRsolar AG!»

Blick in die Zukunft

Der Betrieb entwickelt sich kontinuierlich weiter. Neben der Photovoltaik setzt Stefan zunehmend auf Elektromobilität: Ein elektrisches Betriebsfahrzeug, zwei Hebebühnen sowie ein Lastenfahrzeug werden bereits mit eigenem Solarstrom betrieben.

Die Verbindung aus traditionellem Obstbau, moderner Technik und nachhaltiger Energieversorgung zeigt exemplarisch, wie landwirtschaftliche Betriebe ihre Zukunft aktiv gestalten können – wirtschaftlich tragfähig und ökologisch sinnvoll zugleich.