Unsere Markteinschätzungen 2026

Was gilt seit dem 1. Januar 2026?

  • Abnahme- und Vergütungspflicht neu geregelt; seit Anfang 2026 müssen Netzbetreiber Strom aus PV-Anlagen bis 3 MW bzw. 5’000 MWh abnehmen und vergüten. Die Vergütung erfolgt primär marktgetrieben, dies heisst, dass die Elektrizitätswerke (EW) auf den sogenannten Referenzmarktpreis (vierteljährlich gemittelter Energiepreis) gewechselt haben. Um die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen einigermassen sicherzustellen, wurde die Minimalvergütung für Anlagen bis 150 KW eingeführt. Es gelten folgende minimale Vergütungssätze:
    • bis 30 kW: 6,0 Rp./kWh
    • 30 bis 150 kW mit Eigenverbrauch: 1.2 – 5,8 Rp./kWh (leistungsabhängig)
    • 30 bis 150 kW ohne Eigenverbrauch:  6.2 Rp./kWh
    • Zusätzlich zum Stromerlös können Herkunftsnachweise (HKN) vermarktet werden. Anlagen mit einer Leistung über 150 kW, die vom EW abgenommen werden, werden derzeit zum Referenzmarktpreis vergütet. Ab dem 1. Januar 2027 ist eine Umstellung auf eine Vergütung, basierend auf stundenbasierten Marktpreisen, vorgesehen.
       
  • Lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG); mit diesem Modell entsteht eine neue Vermarktungsform für PV-Anlagen. Voraussetzungen sind, dass die Anlage und Verbraucher in der gleichen Gemeinde beim gleichen Netzbetreiber und auf der gleichen Netzebene sind und die Eigenproduktion über 5% der Anschlussleistung aller Mitglieder beträgt. Dieses Modell ist interessant für grössere PV-Anlagen mit tiefem Eigenverbrauch und für grosse Gewerbe-/ Industriekunden mit hohem Verbrauch tagsüber.
     
  • Abregelung zu netzdienlichen Flexibilitätsnutzung; Ab dem 1. Januar 2026 darf der Verteilnetzbetreiber ohne Zustimmung des Produzenten und ohne Zahlung einer Vergütung bis zu 3% der jährlich erzeugten Energie am Anschlusspunkt für netzdienliche Flexibilitätsnutzungen abregeln (Art. 17c Abs. 4 Bst. a StromVG u. Art. 19a Bst. a-d u. 19c Abs. 1 u. 4 StromVV; Stand am 1. Januar 2026; AS 2024 679 u. AS 2025 1391). Die garantierte Abregelung ist grundsätzlich bei neuen und bestehenden Anlagen zulässig. Umgesetzt wird dies über eine Einspeiselimitierung der Wechselrichter bei 70% der installierten Modulleistung. Fordert ein Netzbetreiber weitere Limitierungen der Einspeiseleistung, muss dies gegenseitig vertraglich geregelt und entschädigt werden.
     
  • Das Fördersystem für PV-Anlagen mit und ohne Eigenverbrauch sowie die Auktionsmodelle bleiben im 2026 unverändert bestehen.

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Herausforderungen bleiben bestehen
Trotz der neuen gesetzlichen Regelungen – namentlich der Einführung der Minimalvergütung sowie neuer Modelle wie dem virtuellen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV) oder LEG – bestehen weiterhin relevante Unsicherheiten für Betreiber grösserer Photovoltaikanlagen.

Ein zentrales Problem stellt der aktuell tiefe Börsenstrompreis dar, welcher als Basis für den Referenzmarktpreis dient. Auch die gleitende Marktprämie für grosse Anlagen bietet aufgrund des begrenzten Höchstwertes (9 Rp./kWh) derzeit noch keine ausreichende und verlässliche Investitionsgrundlage, insbesondere für Grossanlagen mit vollständiger Netzeinspeisung.

Empfehlung:
Setzen Sie konsequent auf Eigenverbrauchslösungen. Wer seine Anlage bedarfsgerecht dimensioniert und den Eigenverbrauch intelligent optimiert, kann seine Stromkosten nachhaltig senken – und dies weitgehend unabhängig von volatilen Marktpreisen und ohne zusätzlichen Netzausbau.

Eigenverbrauchsanlagen und Batteriesystem
Ohne den Eigenverbrauch des produzierten Stroms rechnen sich die PV-Anlagen im heutigen Marktumfeld kaum noch. Reine Produktionsanlagen, welche dem freien Markt bzw. dem Referenzmarktpreis ausgesetzt sind, sind reine Spekulationsanlagen.

Unsere Empfehlung ist es klar auf den Eigenverbrauch zu setzen und diesen mithilfe von Batteriesystemen zu optimieren. Die Systempreise für PV-Anlagen und Batteriespeicher sind so tief wie noch nie und in den meisten Fällen rechnet sich eine Investition innert weniger Jahre.

Aktuelle Marktsituation:
Die Photovoltaikbranche hatte im 2025 einen Rückschlag erlitten. Gemäss der Branchenorganisation Swissolar wurden im 2025 PV-Anlagen mit einer Leistung von knapp 1.5 GW installiert. Für das Jahr 2026 rechnet die Branche mit ähnlichen Zubauten. Dieser Marktrückgang geht nicht spurlos an der Branche vorbei. Vor allem in den Bereichen EFH und Gewerbe/ Industrie ist der Rückgang am stärksten. Einige Installateure sind daher bereits vom Markt verschwunden und der Trend dieser Marktbereinigung geht weiter.

Grundsätzlich sind bei den meisten Produkten immer noch massive Überproduktionen vorhanden, sodass die Preise bei den Solarmodulen konstant auf tiefem Niveau geblieben sind. Die Preise der Batteriespeicher sind im Vergleich zum letzten Jahr nochmals deutlich gesunken. Wir gehen davon aus, dass die Talsohle bei den Produkten erreicht ist bzw. im Gegenteil, die Preise bei einigen Komponenten unabhängig vom Konflikt im Nahost anziehen. Begründet wird dies durch die Abschaffung von Exportsubventionen in China. Bei den Solarmodulen sind die Einkaufspreise um rund 20% gestiegen, bei den Batteriesystem wird sich dies erst in den nächsten Wochen zeigen.

Durch den Konflikt im Nahen Osten und den damit gestiegenen Treibstoffpreise werden sich die Transportkosten der Produkte massiv erhöhen. Gleichzeitig wollen viele Länder unabhängiger von Öl werden und mehr in erneuerbare Energien investieren. Dies führt kurzfristig zu einer erhöhten Nachfrage, was sich auf die Verfügbarkeit auswirken wird. Bei grösseren Batteriesystemen haben wir heute bereits mehrmonatige Lieferfristen.

SCHLUSSFAZIT:
Der Markt ist und bleibt dynamisch und herausfordernd. Umso wichtiger wird eine seriöse und faire Beratung. Achten Sie daher auf die Wahl Ihres Projektpartners: hat das Unternehmen langfristige Erfahrungen, ist es personell und finanziell gut aufgestellt? Lassen Sie sich nicht von Lockangeboten drängen. Leisten Sie keinesfalls Vorauszahlungen, bevor die Lieferung des Materials erfolgt ist. Wir rechnen damit, dass noch weitere Hersteller und zahlreiche Installationsbetriebe den Markt verlassen werden. Umso wichtiger ist es, bei der Auswahl von Lieferanten und Produkten besonders sorgfältig vorzugehen.